Nicht nur in Kirchen, sondern auch in Wirtshäusern lässt sich beten, manche sind sogar wie ein Gebet. Das sagt der Theologe und Schrifsteller Georg Magirius in dem von Dominik Röding geführten Interview für die Juni-Ausgabe 2016 von Tiepolo, dem Premium-Magazin für Mainfranken aus dem Haus der Main-Post (Das vollständige Interview >> lesen). Viele spirituelle Orte fänden sich auch in der Natur, sagt Magirius, der in seinem Buch Frankenglück 33 Orte zum Staunen und Verweilen vorstellt: “Wenn man in der Natur unterwegs ist, kann man schon mal das Gefühl bekommen, seine engen Grenzen zu überschreiten. So eine Ahnung, dass da etwas größer ist als man selbst, das merkt man gerade in Mainfranken. An besonderen Orten finden sich häufig Grotten, Klöster, Wegkreuze. Wenn ich im Buchenbachtal bei Lohr im Spessart unterwegs bin, fühle ich mich oft wie berauscht. Und dann taucht das Kloster Mariabuchen auf. ”

Der Charme des Unerwarteten

Um den Charme beglückender Orte erfahren zu können, benötige es Mut, sich auf Wanderwege statt auf Schnellstraßen zu begeben und sich von Details begeistern statt von großem Brimborium vereinnahmen zu lassen. So könne man “auf Unerwartetes stoßen. Im Hochspessart zum Beispiel gibt es den Sieben-Grotten-Weg, der wunderbar geführt und akribisch ausge­schildert ist. Aber nur wenige kennen ihn. Wer diesen Weg geht, findet etwas, das einem womöglich nicht einmal der Jakobsweg nach Santiago des Compostela geben kann: die Kostbarkeit der Abgeschiedenheit.”

Sanfter Wellengang

Das Besondere an der fränkischen Landschaft sei, dass das Dramatische fehlt, sagt Magirius, der seit 2009 spirituelle Wanderungen in Mainfranken leitet: “Da ist der sanfte Wellengang der Landschaft. Das ist so beruhigend, dass es fast schon wieder erregend ist. Dazu ist die Landschaft bei al­ler Gelassenheit abwechslungsreich: Oden­­­wald, Rhön, Spessart, Steigerwald, Fränkisches Weinland haben ein eigenes Gepräge, auch die Haßberge, die meiner Meinung nach völlig unterschätzt werden.” Magirius’ Lieblingsort unter den im Buch vorgestellten 33 Orten ist “der Mainweg zwischen Retzbach und Karlstadt. Da gibt es diese wellenartige Sanft­heit der Landschaft, aber auch Blicke steil hinab auf den Main.” Entscheidend sie aber die Einkehr in Karlstadt, im Café Schrödl. “Dort gibt es Hörnchen aus Plun­derteig mit Mandelfüllung, die extravagant einfach und klassisch schmecken!”

Askese und Klosterbier

Der perfekte Ausflugstag sei ein Besuch von Kloster Engelberg bei Großheubach, das am am Fränkischen Rotweinweg liegt. “Wenn man die 612 Stufen der Engelsstaffeln zum Kloster hochsteigt, fühlt man sich wie ein Märtyrer oder Asket – aber nicht lange.” Der BFrankenglück Buchcoverlick ins Maintal sei dann nämlich der totale Luxus, dazu komme das dunkle Bier der Klosterschänke. “Man kann noch den Engelberger Klostergarten umrunden, eine der kleinsten offiziellen Weinlagen Frankens. Und wenn man die Staffeln wieder abgestiegen ist, kann man den Tag in einer der mehr als 50 Häckerwirtschaften ausklingen lassen.” >>>>>>>>>> Das vollständige Inteview >> lesen. —

Georg Magirius, Frankenglück, 33 Orte zum Staunen und Verweilen, 144 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Lektorat: Thomas Häußner, Gestaltung: Peter Hellmund, 12 Euro. ISBN: 978-3-429-03912-7 >>>>>> >>> Weitere Informationen <<<

Tiepolo – Das Magazin für Mainfranken Chritina Schnelder - Fränkische Weinkönigin in Tiepolo

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